Erfahrungen bezüglich linuxfoundation certified sysadmin (LFCS)

Wie vielleicht manche von euch schon mitbekommen haben könnten, bin ich seit dem 25.03.2015 nun offizieller zertifizierte Systemadministrator. Die linuxfoundation.org ermöglicht es nämlich nun Zertifizierung zu erwerben und hebt sich etwas von anderen Zertifzierungsstellen ab. Denn man muss nicht wie üblich einen Test mit Fragen schriftlich ausfüllen, sondern muss, wie im Beruf auch, ganz normal auf der Konsole arbeiten und bestimmte Aufgaben lösen. Ich für meinen Teil finde diese Art der Zertifizierung um einiges sinnvoller und auch aussagekräftiger als eine Zertifizierung, die maximal nur theoretisches Wissen nachweisen kann.

Da die Zertifizierung noch sehr neu ist, war ich anfangs sehr verunsichert, was man denn nun alles können muss, um zu bestehen. Es gibt zwar eine Liste mit Themen, allerdings finde ich diese sehr allgemein gehalten und man kann sich teilweise nicht genau vorstellen, was damit gemeint ist. Auch steht hier nichts darüber, wie komplex das Thema werden könnte. Als Bespiel das Thema „Creating backups“. Mir fällt es schwer, direkt sagen zu können, welche Anforderungen hier bestehen. Klar, wahrscheinlich handelt es sich lediglich um einen „tar“-Befehl oder vielleicht noch einen „rsync“-Befehl, um dieses Thema zu bestehen, aber sicher sein kann man sich nicht. Immerhin könnte man hier auch das Thema „rsnapshot“ oder andere Backupsysteme mit einbeziehen. Zur Beruhigung, es werden tatsächlich nur „tar“- und „rsync“-Befehle erwartet.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass man nicht sehr viele Ressourcen zu der Zertifizierung selbst findet. Hier scheinen die Informationen mit Absicht gering gestreut zu werden, damit die ziemlich teuren Kurse der Linuxfoundation verkauft werden können. Klar, die Linuxfoundation muss Geld verdienen, um bestehen bleiben zu können, aber ein paar mehr Informationen wären trotzdem hilfreich, besonders da sich nicht jeder einen Kurs für ca. 2.000€ leisten kann.

Man besteht allerdings doch irgendwie und wenn man schon tagtäglich mit Linux arbeitet, ist es auch ziemlich einfach. Ich für meinen Teil habe mir für ca. 2-3 Stunden alles nochmal durchgelesen und dann mit 90% bestanden (verlangt werden mindestens 74%).

Geholfen hat mir unter anderem dieser kostenlose Onlinekurs, hier bekommt man ganz einfach auch eine Ahnung davon, was für Themen abgefragt werden. Solltet ihr noch Fragen haben oder ein wenig Hilfestellung brauchen, dann schreibt mir einfach in den Kommentaren oder per Mail an patrick (at) oberdorf.net.

Nächstes Jahr würde ich gerne das 2. Zertifikat (LFCE) machen, allerdings befürchte ich, dass man dann weniger um einen 2.000€ Kurs herum kommt.

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